Bereits vor drei Jahren besuchte der diesjährige Abschlussjahrgang im Rahmen des Geschichtsunterrichts eine Gedenkstätte nationalsozialistischen Unrechts. Da aufgrund der Corona-Bestimmungen eine Fahrt in das im Elsassgelegene ehemalige Konzentrationslager Natzweiler nicht stattfinden konnte, ging die damalige Exkursion in die Gedenkstätte Neckarelz, die die Geschichte des größten Außenlagers von Natzweiler beleuchtet.
Die Schüler*innen des Geschichts-LKs erläuterten an einzelnen Stationen ihren Mitschüler*innen die Geschichte Natzweilers und den Alltag der im Lager Inhaftierten, die Beziehung des Stammlagers zu den vielen in Baden-Württemberg gelegenen Außenlagern, die pseudowissenschaftlichen Experimente der Reichsuniversität Straßburg und die Auflösung und Verlagerung der Kommandantur ins Neckartal, wodurch eine unmittelbare thematische Brücke zum Gedenkstättenbesuch in Klasse 9 hergestellt werden konnte.
Mit dem Beziehungsgeflecht zwischen Stammlager und Außenlager wurde das Schicksal der Opfer, aber auch das Handeln der Täter deutlich.
Tobias Markowitsch (Foto: Tobias Markowitsch)

Dieses Thema griff auch Prof. Dr. Rolf-Ulrich Kunze vom Department für Geschichte am KIT in seinem Vortrag vor Schüler*innen der Jahrgangsstufen 1 und 2 und dem Helmholtz-Gymnasium auf. Am Beispiel des Wortes „Nazi“ zeigte er in einem ersten Schritt die Verwendung und Bedeutung des Begriffs auf, um in einem weiteren Schritt schließlich differenziert seine vorherigen Analyseschritte am Begriff der „Abstammung“ zu beleuchten. Hierbei stellte er die Formulierungen der Parteiprogramme von NSDAP, NPD und AFD gegenüber und zeigte Parallelen und Unterschiede auf. Im abschließenden Gespräch ging Kunze zudem auf die Bedeutung sprachlicher Aspekte in Hinblick auf ein mögliches Verbotsverfahren der AfD ein.