Schüler tüfteln an humanoiden Robotern

Cyberforum und Ingenieure fördern Schulen

„Im Jahr 2020 ist Karlsruhe MINT-Bildungsstandort Nr. 1 in Deutschland.“ Dieses Ziel formuliert CyberForum-Vorstand Dirk Fox mit Nachdruck. So auch bei einer Veranstaltung am Mittwoch im Bismarck-Gymnasium, die vom CyberForum und vom Verein der Karlsruher Software-Ingenieure (VKSI) organisiert wurde, und bei der es um die Förderung des technischen Nachwuchses ging. Zudem stellte die „Karlsruher Technik-Initiative“ des Cyberforums ihre Arbeit vor. Zu dieser Arbeit gehört die Einrichtung und Unterstützung sogenannter Technik-AGs an Schulen. „Vor vier Jahren wurde die erste Technik-AG Karlsruhes bei uns am Bismarck-Gymnasium eingerichtet“, berichtet die stellvertretende Schulleiterin Julia Hartenstein. „Inzwischen sind pro Woche über 400 Jugendliche aus ganz Karlsruhe in den verschiedenen Technik-AGs aktiv“, stellt sie fest.

Seit Bestehen der Karlsruher TechnikInitiative konnten bereits für 27 Schulen Sponsoren und Betreuer gefunden werden. „Karlsruher Unternehmen stellten seither für Gymnasien rund 54 000 Euro und für Grundschulen etwa 34 000 Euro zur Verfügung“, so Fox. Die Schüler haben die Möglichkeit, sich wöchentlich mit der Konstruktion technischer Modelle und der Entwicklung von Robotern zu beschäftigen. Wegen dieser Initiative wurde Karlsruhe im Februar als „MINT+“-Region ausgezeichnet.

„Uns geht es darum, mit den TechnikAGs das Interesse der Schüler an den MINT-Fächern zu wecken“, erklärt VKSI-Vorstand Rainer Neumann. MINT, das steht für Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik. Er weist darauf hin, dass in Baden-Württemberg jeder vierte Arbeitsplatz ein MINT-Arbeitsplatz sei. „Das ist die höchste Quote in Deutschland.“

Man müsse die Entwicklung unterstützen, sonst verliere man den Anschluss in der Welt, ist auch Stadtrat Tom Høyem überzeugt. Sarah Jansen, Vorsitzende von „FabLab“, einer Einrichtung am Alten Schlachthof, erklärt, dass der Verein einen offenen Raum für alle bietet, die sich für Technik interessierten. „Bei uns geht es nicht um den Konsum von Technik, sondern um das Verstehen“, sagt sie und nennt als Beispiele einen 3D-Drucker oder moderne Lasertechnik.

Was bisher an den Technik-AGs geleistet wurde, demonstrieren schließlich die Schüler verschiedener Schulen: Mia Fischer und Josephine Herb vom Dominikus-Gymnasium haben einen selbst gebauten Roboter mitgebracht, der Kugeln aufsammeln und sie an einem speziellen Platz wieder ablegen kann. „Wirhaben etwa zwei Monate an dem Roboter gebaut“, erklären die Schülerinnen, die über Monate das Programm geschrieben haben, damit der Roboter auch so funktioniert. Das Lessing-Gymnasium präsentiert einen ähnlichen Roboter. Außerdem hatten die Schüler einen humanoiden Roboter mit dabei. Das Team des Bismarck-Gymnasiums zeigt, was ihr selbstfahrendes Auto beherrscht: Es bewegt sich auf einem Rundkurs und kann selbstständig einparken. „Unser Ziel muss es sein, Karlsruhe als IT-Standort noch bekannter zu machen“, meint VKSI-Vorstand Christoph Schlenzig. Ein großes Problem sei die Nachwuchsförderung, weshalb man die Aktivitäten auf die Schulen ausgeweitet habe, so Schlenzig. Er und Fox überreichten Schecks an Vertreter dreier Schulen, um dort Technik-AGs zu ermöglichen. Die Element-i-Grundschule Technido bekam 2 500 Euro, das Copernicus-Gymnasium in Philippsburg und die Realschule Neureut erhielten je 3 500 Euro.

Mit freundlicher Genehmigung der Badischen Neuesten Nachrichten vom 19.05.2017

Von unserer Mitarbeiterin

Martina Erhard